Der Pilgerweg nach Santiago verlaeuft entlang des Thunersees. Die Christophorusfigur an der Westseite der Schlosskirche in Spiez zeugt vom Pilgerwesen im Mittelalter. Verschiedene Christophorusgemaelde in den praechtigen Kirchen des Simmentales wurden anlaesslich der Reformation uebertuencht und erst in den letzten 70 Jahren wieder fachgerecht freigelegt. Wir gehen diesen Pilgerspuren im sanften, saftiggruenen, mit reichgeschmueckten Haeusern im Simmental nach.
Auf dem mit Karrenfeldern durchsetzten Rawilpass wechseln Sprache, Klima, Kuehe und Panorama. Wir wechseln vom Milchland Simmental ins Rebland Rhonetal. Ueber das mondaene Crans-Montana und die Weinstadt Siders erreichen wir das hächste Walliserdorf Chandolin. Hier stossen wir auf den Weg, den die letzten historisch festgehaltenen Pilger von Ayer nach Varallo 1905 begangen haben.
Auf dem Forclettapass wechselt wieder die Sprache von franzoesisch in das fŸr viele deutschsprachige unverstaendliche Walliserdeutsch. In zwei Tagesrouten Ÿber Paesse durch das wildromantische Turtmanntal erreichen wir die von 28 Viertausendern umrahmte Vispertaeler. Auf dem alten Talweg durch das Saastal besuchen wir die schmucke Rundkirche von Saas-Balen und den Kapellenweg von Saas-Grund nach Saas-Fee, einer Kopie unseres Sacro Monte di Varallo. Entlang des Mattmark-Stausees und Ÿber Steintreppen erreichen wir die goldene, ueberdimensionale Madonna auf dem Monte Moro-Pass.
Wir schenken uns einen Teil des Abstieges ins italienische Walsertal Macugnaga und verwenden die gewonnene Zeit zum Besuch des urchigen Walserdorfes. Durch das Quarazza-Goldgraebertal gelangen wir ueber Felsbrocken auf den selten begangenen Bottigiapass im Monte Rosa Naturpark. Wir steigen hinunter nach Carcoforo, das nur dank des spaerlichen Wintertourismus uaberlebt hat. Durch das aussterbende Eguatal mit ebenso verschwundenen Wegen gelangen wir ins Haupttal der Sesia und erreichen am 11. August unser Pilgerziel Varallo.
Varallo, dieses kleine Staedtchen (5500 Einwohner) ist reich an Kultur. Drei Museen, acht imposante Kirchen und der Heilige Berg "Nuova Gerusalemme". 1490 wurden auf dem Sacro Monte ueber dem Staedtchen die ersten von 40 Kapellen gebaut und darin mit heute Ÿber 600 lebensgrossen Statuen das Leben Jesu dargestellt.
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